Philosophie

Adolph Freiherr von Knigge

Was war und wollte dieser Mensch?

Freiherr Adolph Franz Friedrich Ludwig Knigge wurde als Spross einer uradligen verarmten Familie am 16. Oktober 1752 in Bredenbeck bei Hannover geboren. Seine Mutter verstarb, als er 11 Jahre alt war und im Alter von nur 14 Jahren verlor er auch seinen Vater. Nach seinem Jurastudium in den Jahren 1769 -1772 erhielt er eine Anstellung als Hofjunker der Kriegs- und Domänenkasse in Kassel. Dieses Amt begleitete er nur kurz, da er immer wieder durch die Art und Weise seines Denkens am Hofe in Misskredit fiel. Im Jahre 1777 wurde er Weimarscher Kammerherr und „Maitre des Plaissiers“. Er übersetzte Schriften von Rousseau und verfasste neben mehreren Romanen, Essays und Satiren auch Schriften zu Geschichte, Politik und Gesellschaft. Aus Geldnot nahm er 1790 eine Anstellung als Oberhauptmann der Großbritannisch-Hannoverschen Regierung in Bremen an.

1796 verstarb Knigge im jungen Alter von 44 Jahren in Bremen an Nervenfieber. Sein Grab befindet sich im Bremer Dom.

Knigge war ein Feingeist und Freidenker. Er schrieb im Jahre 1788 eines seiner bekanntesten Werke Über den Umgang mit Menschen, das heute bei uns kurz als „Knigge“ bekannt ist. Knigge beabsichtigte mit seinem Buch eine Aufklärungsschrift für Taktgefühl und Höflichkeit im Umgang mit Generationen, Berufen, Charakteren, für das bürgerliche Volk. Man kann seine durchdachten und weltkundigen Erläuterungen sehr wohl als angewandte Soziologie würdigen, was in den Abschnitten Über den Umgang mit Kindern, den Ärzten, mit Jähzornigen, mit Schurken und nicht zuletzt Über den Umgang mit sich selbst deutlich wird.

Irrtümlicherweise wurde dieses Buch später als Benimmbuch missverstanden. Nach seinem Tode wurde sein Werk um Benimmregeln Zug um Zug erweitert und so entstand der heutige „Knigge“, der Fragen zu Kleiderregeln, Benimm an Tisch und Tafel, Höflichkeitsformen usw., regelt.